Sorry, ich kann es nicht lassen, irgendwie geht mir die Finanzkrise auf den Keks!
Ich habe drei Freunde, die waren Unternehmer. Alle drei sind in der Software-Branche tätig. Ihre Unternehmen waren viele Jahre auf dem Markt und haben echten Mehrwertwert geschaffen. Zwei der Unternehmen waren in Projekten sehr erfolgreich, das dritte hatte neben einem florierenden Schulungssektor ein Produkt, das technisch einzigartig und am internationalen Markt bekannt war.
Alle drei Unternehmen bekamen einen Schwächeanfall, so wie Menschen auch mal krank werden können. Die Ursachen waren im Nachhinein nicht einfach festzustellen, es war eine Kombination von äußeren Einflüssen und eigenen Fehlern, wie dies ja bei Krankheiten oft auch so ist. Die Unternehmen waren in Bayern zu Hause und deshalb folgerichtig bei einer Bayerischen Bank.
Die drei Unternehmen hatten einen schönen Kreditrahmen, den sie in der Krise zu nutzen gedachten. Bei allen dreien hat die Bank zum Beginn der Krise den Kreditrahmen als erste Maßnahme reduziert bzw. auf NULL gesetzt. Das erinnert an Mark Twain, der Banken mit Unternehmen verglichen hat, die Regenschirme verleihen und sie dann einsammeln, wenn der Regen kommt.
Von diesen drei Unternehmen hat eines überlebt, zwei gingen in Insolvenz. Arbeitskräfte und Vermögen wurden zerstört, private Sicherheiten und Bürgschaften eingefordert. Zweien meiner Freunde wurde von der Bank eher zynisch mitgeteilt, dass das Geschäft halt so sei und man da nichts ändern könnte.
Jetzt macht eine Bank pleite. Aber die Regeln, die Banken bei anderen Unternehmen schulterzuckend anwenden, gelten nicht für Banken. Der Staat muss zahlen, weil sonst die “internationale Finanzwelt” bedroht wäre. Und so beginnt ein sich selbst verstärkender Regelkreis der Erpressung. Und heute steht in der Süddeutschen, dass jetzt “alle Banken gerettet werden wollen”.
Ich meine, man hätte es darauf ankommen lassen und die “Hypo Real Estate” in Insolvenz gehen lassen sollen (Es ist ja eh nur eine “Rettung bis auf weiteres”), genauso wie man das üblicherweise mit kleinen mittelständischen Unternehmen macht. Die werden dann ja auch noch längere Zeit “in Konkurs” weitergeführt. Die Kurse wären gestern wahrscheinlich auch nicht deutlicher gefallen. Die Börse schert sich nicht darum, was Politiker machen, sie versucht Entwicklungen von morgen voraus zu sehen.
Ich persönlich fürchte Katastrophen, Krieg und Krankheit mehr als eine Bankkrise. Und die immer noch 5000 Verkehrstoten (und viel mehr Schwerverletzte) nur in Deutschland, die wir nicht zu letzt aus Bequemlichkeit und wegen eines falsch verstandenen Begriffs von Freiheit akzeptieren, machen mich mehr betroffen als der Zerfall der “internationalen Finanzwirtschaft”.
Ich schließe meinen Beitrag mit der Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree:
„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werden die Menschen feststellen,
dass man Geld nicht essen kann.“
RMD
P.S.
EIn Nachtrag sei mir noch gestattet: Auch die Klimaentwicklung und die massive Zerstörung der Umwelt auf unserem Planeten macht mit weit mehr Sorgen als die “Weltfinanz-Krise”.
Am 10.09.2008 am Vormittag ist die “größte Maschine aller Zeiten“, der LHC von Cern an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Medien waren voller Weltuntergangsgedanken, zahlreiche Menschen hatten ein ungutes Gefühl wegen der von (unseriösen ?) Kritikern als möglich bezeichneten “Schwarzen Löcher”. Die “größte Maschine aller Zeiten”, die letzten Endes auch von unseren Steuergeldern bezahlt wurde, hat nur kurze Zeit funktioniert. Mehr habe ich auch nicht erwartet. Wie soll die größte Maschine der Welt in einer Zeit störungsfrei laufen, in der man es nicht mehr schafft, die Züge pünktlich fahren zu lassen? Die Reparatur des LHC soll ein halbes Jahr dauern. Aus meiner Projekterfahrung rechne ich deswegen mit einer Wiederaufnahme in frühestens einem Jahr, solange bleiben wir von solchen “Schwarzen Löcher” auf jeden Fall verschont.
Heute, keine drei Wochen später, hat keiner mehr Angst vor dem LHC. Jetzt sorgen wir uns um eine ganz andere Art von “Schwarzen Löchern”. Die treten ganz plötzlich auf und verschlingen gestern 35, heute 50 und morgen vielleicht 100 Milliarden EURO. Keine Angst, ich mache jetzt keine Rechnungen wie im letzten Post zum selben Thema, um zu zeigen, wie viel Geld das ist.
Es gibt eine weitere Superlative, die mich beeindruckt: Gestern hat sich die Bundesregierung zur “größten Bürgschaft aller Zeiten” verpflichtet. Obwohl das ja nur mündlich stattgefunden hat und vor allem “psychologisch” gemeint war - und vielleicht auch nur Teil des kommenden Wahlkampfes ist - finde ich es bemerkenswert. Einer der größten Schuldner weltweit bürgt für einen Betrag, dessen Höhe er nicht kennt. Und wie die Bürgschaft im Detail aussehen soll, weiß er auch nicht.
Ich kenne ein paar Frauen, die haben für Ihren Mann gebürgt. Einige davon sind heute beides los, ihren Mann und ihr Geld. Zum Teil kämpfen sie um ihre Existenz. Ich meine, man sollte Bürgschaften ernst nehmen, gerade als Regierung und nicht so einfach mal kurz am Sonntag Nachmittag mit zwei dürren Sätzen eine Bürgschaft aussprechen. Die Glaubwürdigkeit von Politik und Demokratie erhöht ein solches Vorgehen bestimmt nicht.
Und vielleicht hat die CSU letzte Woche so viel Stimmen verloren und die SPD auch so schlecht abgeschnitten, weil die Menschen die Nase voll von einer großen Koalition haben, die Themen in einer Art und Weise aussitzt, wie wir dies nur vom “Schwarzen Riesen” kannten. Und zeitgleich mit der Ankündigung der Bürgschaft wird eine wesentliche Erhöhung der Krankenkassenbeiträge als Folge der “Gesundheitsreform” bekanntgegeben. Die Einführung des Bundesgesundheitsfonds (was für ein Wort) macht es notwendig. Dies, obwohl es Ziel der Reform war, die Anteile der sozialen Nebenkosten an den Gehältern zu senken.
Und wenn ich dann auch noch höre, dass die grosse Koalition sich nach Monaten des hin und hers ganz plötzlich geeinigt hat, den Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren zu ermöglichen, auch das wieder ohne jede Detaillierung des Vorhabens, dann komme ich auf einen ganz komischen Gedanken: Fürchtet die große Koalition jetzt schon einen Volksaufstand, den sie mit der Bundeswehr niederschlagen will?
Aber nein, das kann nicht sein, wahrscheinlich habe ich nur schlecht geträumt.
RMD
In meiner 4-Ampelgeschichte vom 29.04.08 habe ich den vielen Müll an der Strasse von Ottobrunn nach Unterhaching moniert. Seit einiger Zeit ist nicht mehr viel Müll da. Deshalb war ich bei den letzten Fahrten leicht in Sorge, dass ich Halluzinationen erlegen war und etwas Falsches berichtet hatte. Dass IF-Blog Wirkung gezeigt hat und die Autofahrer ihren Müll nicht mehr aus dem Autofenster entsorgen würde, wagte ich natürlich nicht zu hoffen.
Heute hat sich das Rätsel gelöst. Bei herrlichem Wetter sind wir mit dem Rad vom Sportpark (Haching - Erzgebirge Aue 1:1 - leider nur unentschieden aber wohl ein gerechtes Ergebnis) heimgefahren. Und so gegen 16:45 haben wir ihn gesehen, den großen Unbekannten. Ein Herr mittleren Alters - ganz in Zivil und offensichtlich aus freien Stücken handelnd - kam uns auf dem Radweg von Unterhaching nach Ottobrunn zu Fuß entgegen. In der einen Hand hatte er eine Müllzange, in der anderen einen großen Plastikbeutel, der gut gefüllt war. Und er war fleißig dabei, Müll vom Boden aufzusammeln. Jetzt weiß ich, warum ich neuerdings den Müll am Straßenrand “vermisse”.
Das war an diesem sonnigen Herbst-Samstag ein tolles Erlebnis und ich möchte dem unbekannten Müllsammler auf diesem Wege ganz herzlich danken. Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch öfters eine weggeworfene Verpackung aufzuheben und in den nächsten Abfalleimer zu befördern.
Unsere vom 1:1 ein bisschen getrübte Laune hat sich so schlagartig gebessert. Leider war dann in Ottobrunn (in Höhe des Isar Centers) ein schlimmer Verkehrsunfall. Zwei Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei. Ein Motorrad auf der Straße. Das hat uns dann wieder betroffen gemacht. Und uns aber auch wieder vor Augen geführt, wie gut es uns geht.
RMD
P.S.
Heute morgen (Montag, 2 Tage später) habe ich in der Zeitung gelesen, dass der Unfall glimpflich verlaufen ist. Der Motorradfahrer hatte sich nur leicht verletzt, die Krankenwagen wurden nicht benötigt. Und der Müll ist übers Wochenende auch wieder deutlich mehr geworden, alles stimmt wieder und meine Autoren-Ehre ist gerettet
.
“Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer!”
Dies war einer der Lieblings-Sätze unseres ehemaligen Beirats Alois Wolferstetter, einem kantigen Banker aus der guten alten Zeit. Diesen Satz habe ich gerne geglaubt, kenne ich doch einige Menschen auch persönlich recht gut, die durch die “New-Economy”-Blase zu mehrfachen Millionären geworden sind und noch viel mehr Menschen, die kleinere aber auch erhebliche Summen dabei verloren haben. Und wenn damals eine Aktie eines New-Economy-Unternehmen vom dreistelligen Kurswert in den einstelligen gefallen ist, so wurden keine Werte vernichtet, sondern es war nur eine freiwillige Umverteilung aus vielen Geldbeuteln in einige wenige. Und die größten Gewinner bei diesem Spiel waren die beteiligten Investmentbanken.
Jetzt scheint es aber um andere Größenordnungen zu gehen. Am Mittwoch, den 9. April 2008, das war vor knapp einem halben Jahr, sah ich in der Süddeutschen folgende fette Schlagzeile auf der ersten Seite des Wirtschaftsteils:
Risiko von 1.000.000.000.000 Dollar
Der Übertitel war: “Internationaler Währungsfond warnt” und als Untertitel gab es zu lesen: “IWF fordert umfassende Reform der Finanzmarktregulierung” und “Kollektives Versagen”. Diese Überschrift hat mir wegen den vielen Nullen so gut gefallen, dass ich mir die Zeitungsseite aufgehoben habe.
Unser deutscher Oberbanker Ackermann hat dann im Frühsommer vom “Anfang vom Ende der Finanzkrise” gesprochen. Alle Zeichen standen auf Entwarnung. Plötzlich scheint trotzdem etwas passiert zu sein. Investmentbanken und eine Sparkasse machen pleite. Die US-Regierung will 700.000.000.000 Dollar für den Erhalt ihrer “Finanzwelt” einsetzen! Ist das jetzt der Anfang vom Ende?
Allerdings habe ich weder die Sachkenntnis noch die Lust, mich mit Theorie und Moral der Finanzwelt auseinanderzusetzen. Mir erscheint das alles sehr suspekt und unglaublich. Aber ein wenig rechnen darf ich doch.
Also beginnen wir:
1 schöner BMW kostet 50.000 EURO. Aus Gründen, die mir auch nicht klar sind, bekomme ich dasselbe Auto in USA für 50.000 DOLLAR. Das heißt für 700.000 Dollar bekomme ich (ohne Mengenrabatt) 14 BMWs. Jetzt dividiere ich die 700.000.000.000 Dollar Finanzwelt-Unterstützung durch 700.000, also den Preis für 14 BMWs. Wie leicht zu sehen sind das dann 1.000.000. Der US-Regierung könnte sich also 14 Millionen schöne BMWs für das Geld kaufen, das sie jetzt der amerikanischen Finanzwelt gibt. Ob das dann besser angelegt wäre, weiß ich auch nicht. Immerhin könnte man dann fast jedem der ca. 1.500.000 US-Staatsbürger, die in US-Gefängnissen einsitzen, 10 BMWs zur Verfügung stellen.
Interessant wäre jetzt zu wissen, wieviel BMWs das Unternehmen BMW in den letzten 20 Jahren gebaut hat?
Ich ärgere mich, weil ich den Eindruck habe, dass sich zurzeit Großunternehmen auf geniale Art und Weise zu Lasten der Allgemeinheit entschulden. Und ich weiß nicht, was es bedeutet, wenn die Finanzwelt zusammenbricht. Ist dann die DM, pardon der EURO nichts mehr wert?
Aber darum geht es mir in diesem Beitrag gar nicht, ich wollte nur mal wieder die Magie der großen Zahlen demonstrieren.
P.S.
Am Montag, den 29. September lese ich, dass auch die Deutsche Bundesrepublik mit 27 (?) Milliarden für die Hilfemaßnahmen an die Hypo Real Estate (was für ein schöner Name!) bürgen will oder muss. Das ist immerhin nach Währungsumrechnung mehr als ein zwanzigstel des aus den USA bekannten Betrages und macht pro Kopf der Bevölkerung mehr als 300 EURO aus. Was machen, wenn die Löcher größer als angenommen sind und noch weitere solche Hypo-Zusammenbrüche kommen? Da reicht dann der Börsengang der Bahn mit ca. 4 Milliarden erwarteten Einnahmen auch nicht weit. Zumindest meine ich jetzt zu wissen, warum die Wähler in Bayern gestern die beiden Parteien der großen Koalition bevorzugt nicht mehr gewählt haben.
RMD
Bahn versus Auto
01.08.08
Auch, wenn ich riskiere, verbal gekreuzigt zu werden: ich bin vorgestern von Köln nach München gefahren. Alleine in einem Mietwagen - aus reiner Bequemlichkeit, denn ich war in Köln nicht am Bahnhof; ich musste in Ludwigshafen einen Kunden besuchen und habe am Weg nach München einen Abstecher gemacht nach Geislingen, um auch dort einen Kundenkontakt zu besuchen. Während all der Besuche konnte ich mein Gepäck im Auto lassen, ich musste nicht vom Bahnhof in Taxis steigen, brauchte mich nicht nach Fahrplänen richten und hatte ein gut klimatisiertes Auto.
Diesen Luxus wollte ich mir leisten! Was mich absolut schockiert hat: Es ist kein Luxus! Der Mietwagen kostete mich 39 €; ich habe für eine Gesamtfahrstrecke von 680 km Diesel für 72 € getankt. Die Zugfahrt 2. Klasse im ICE hätte mich anscheinend laut www.bahn.de einfach 122 € gekostet.
Kann es wirklich sein, dass eine Person mit einem gemieteten Wagen billiger von Köln nach München fährt als die Bahn? Mich wundert nicht, wenn Leute vom Zug ins Auto und nicht umgekehrt umsteigen!
E2E
IF-Blog inside ?
31.07.08
IF-Blog wird jetzt bald vier Monate alt. Intuitiv gestartet haben wir Kontur gewonnen. Wo wollen wir hin?
Wir wollen der Blog für Unternehmer, Manager, Führungskräfte, Organisatoren und Informatiker werden. Unser Ziel ist es, bei der Eingabe von nachfolgenden Kombination in eine der Weltsuchmaschinen bei den Treffern ganz oben dabei zu sein:
Blog und
Unternehmer, Manager, Führung, Organisation, Informatik, Ethik …
oder auch
Ethik und
Unternehmer, Manager, Führung, Organisation, Informatik …
Dazu haben wir schon eine Reihe von namhaften Autoren gewonnen und suchen natürlich weitere. Als freie Kommunikationsgemeinschaft arbeiten wir ohne Redaktionskonferenzen. Alle drei Monate feiern wir eine Party. Als “OpenSource ähnliche” Gemeinschaft haben wir für unser Produkte die Creative Commons License gewählt.
Alle Dinge haben zwei Seiten. Unser Ziel ist es, auch die unpopuläre und kritische Seite aufzuzeigen. Wir wollen nicht dogmatischen Vorurteilen wie “das ist halt so” oder “das macht man so” folgen, sondern “gegen den Strich bürsten” und nachdenklich machen. Oft nehmen wir (noch) eine Aussenseiterposition ein. Wir wollen keine “glücklichen Sklaven” sein sondern frei urteilen.
Die Informatik spielt in IF-Blog eine zentrale Rolle, da die Informations-Technologie (IT) unsere Welt in einem Maße verändert hat und weiter verändern wird, wie das nur die “industrielle Revolution” oder in den letzten Jahren das Automobil bewirkt haben. Wir stehen an einer Zeitenwende, die “automobile Gesellschaft” wird an Gewicht verlieren, die “informations-mobile” Gesellschaft kommt
Die Relevanz von Informatik und Informations-Technologien ist schon heute evident. Man denke nur an den unvorstellbar schnellen Aufstieg von Unternehmen der Informationstechnologie wie z.B. Google, Microsoft, Oracel, SAP, Ebay und vielen anderen. Haben sich jemals utopische Unternehmensprinzipien wie OpenSource am Beispiel von Linux oder MySQL in anderen Technologien durchgesetzt? War ein Werk wie Wikipedia je vorstellbar? Der strukturelle gesellschaftliche Wandel durch WEB2 hinterlässt schon jetzt kräftige Spuren. So sind Ehen früher mehrheitlich in der Eisenbahn begründet worden, heute passiert dies im Netz.
IF-Blog werden wir mit Print-Medien vernetzen. Vor kurzem habe ich z.B. ein Magazin namens brandeins gefunden und war sehr angetan. Unser Ziel ist es, mittelfristig auch in solch bemerkenswerten Magazinen wie auch in IT-Fachzeitschriften, Tagespresse und bei Periodikas präsent zu sein und mit diesen zusammen zu arbeiten.
RMD
Flieger für die Wüste
29.07.08
Anfang 2008 bin ich mit der MS Europa und mit lieben Freunden von CAIRNS in Australien nach MANILA auf den Philippinen gereist. Das war vor meiner flugfreien Zeit. Hin bin ich für unglaubliche 750 EURO mit Quantas und Jetstar Airline von Frankfurt via Singapur und einem Zwischenstop in Darwin nach CAIRNS geflogen. Es war die “Holzklasse” und gerade die Jetstar Airline hat doch stark an die deutsche BA von Herrn Wöhrl erinnert. Rückwärts von Manila via Abu Dhabi nach München sind wir dann für ebenso unglaubliche 700 EURO mit Etihad in der Business-Klasse geflogen!
Zwar kannte ich damals Etihad noch nicht, aber meine nicht nur in touristischen Fragen sehr kundige Tochter Sabine konnte mich schnell beruhigen, dass dies eine Airline vergleichbar mit Emirates wäre und ich mir keine Sorgen machen müsse. Meine Freunde hatten übrigens ein wenig früher gebucht und für den gleichen Flug in der Business Klasse nur 650 EURO bezahlt. Die Business Class in den Etihad-Maschinen war von maximalem Luxus, nur die Stewardessen machten einen leicht “zombi-haften” Eindruck. Mir ging es aber nur darum, im Flugzeug flach liegen zu können, auf den ganzen Techno-Schnickschnack verzichte ich gerne. Immer wieder frage ich mich, warum die Langstreckenflieger nicht einfach Liegen haben (wie im Liegewagen der Eisenbahn). Das wäre billiger und könnte mit ein wenig Nachdenken sicher genauso platzsparend gelöst werden wie die Bestuhlung.
Im Juli las ich dann in der Süddeutschen im Wirtschaftsteil, dass Etihad am ersten Tag der Farnborough Air Show 45 Maschinen des Typs Boeing 777 und 787 (mit Optionen fast 100) bestellt habe und außerdem bei Airbus zehn A380, 20 A350-1000 und 25 A320 kaufen wolle. Weiter hätte Etihad einen Jahresverlust erwirtschaftet, der ungefähr den Öleinnahmen eines Tages von Abu Dhabi entspräche. Und dass Abu Dhabi in den nächsten Jahren etwa 200 Milliarden Dollar investieren wolle, um sich unabhängiger von Öleinnahmen zu machen. Die Frage sei mir gestattet, wie man sich mit dem Aufbau einer Airline vom Öl unabhängig machen kann?
Im Juli 2008 lese ich auch folgende Presse-Mitteilung:
“IEA-Direktor Tanaka glaubt nicht an ein wirkliches Absinken der Ölpreise. In den kommenden zwei Jahren mag es zu Preisentspannungen kommen, da neue Ölförderprojekte die Produktion aufnehmen. Danach werde die Förderleistung aber sinken, bei gleichzeitig steigender Nachfrage aus Entwicklungsländern.”
Dies erscheint mir eine recht realistische Prognose. Und Abu Dhabi hat ja auch genug Platz in der Wüste, um dann seine wahrscheinlich nicht mehr benötigten Jets abzustellen. Vielleicht passen dann auch die ja noch mal auszuschreibenden Tankflugzeuge der US Army (im zweiten Anlauf dann von Boeing) auch noch hin.
RMD
Internet Autobiographie RMD :-)
23.07.08
Da wir laufend mehr Leser gewinnen, die mich (RMD) noch nicht kennen - und um das Sommerloch zu füllen, hier meine Autobiographie. Natürlich ganz kurz, sehr schematisch und modellhaft, skaliert in 10-Jahres-Scheiben und nur die wirklich wichtigen Ereignisse enthaltend, eben internetgerecht:
Lebenslauf RMD erstellt im Juli 2008:
1950 geboren als Mensch mit der Perspektive des “Tagelöhners”, zugewiesener Nachname Dürre, getauft auf die Vornamen Roland und Maria.
1960 im Gymnasium erwachsen werdend, “starting over”.
1970 Zwangsdienst leistend bei der nicht königlichen Deutschen Luftwaffe, Barbara lieben, mit Computer arbeiten, Mathematik studieren und Siemens kennen gelernt.
1980 endlich rauchfrei geworden, begonnen viele Kinder zu kriegen, unternehmerische Attitüden entwickelt.
1990 ziemlich fernsehfrei geworden (außer Fußball), mit HIT und CLOU unternehmerisch ganz schön weit oben angekommen.
2000 Dummheiten gemacht, Rückschläge eingesteckt, wieder aufgerappelt.
2010 (fast) autofreier und kaum mehr fliegender, in virtuellen Welten lebender WEB2-Teilnehmer.
2020 ausklingende Einsätze, weniger Stress, aber immer noch dabei.
2030 End of Game
So könnte es sein.
RMD
Als “Blogger” interessiert man sich natürlich auch für andere Blogs. Und wenn das eigene Herz mal ganz groß für die beiden führenden und traditionellen Augsburger Fussballvereine geschlagen hat, den BCA (Ballspiel Club Augsburg) und den TSV 1847 Schwaben Augsburg (siehe auch den berühmten Schwabenritter), dann stolpert man eines Tages über den FCA-Blog. Und dort lese ich dann einen Beitrag, der wohl persiflieren soll:
Verhaltensregeln für Frauen während der EM
Das finde ich dann nicht mehr lustig - obwohl ich mich selbst eher als “Chauvi” einstufen würde. Wenn ich jetzt noch ein FCA-Fan wäre, dann würde ich mich sogar ärgern. Aber glücklicherweise schlägt mein Fussballerherz seit langem nicht mehr für den “Retortenverein” sondern für die Spielvereinigung aus Unterhaching. Die haben eine sehr informative Website und einen spannenden Life-Ticker.
Die Toleranz der Fussballdamen des FCAs mit ihrem Management bewundere ich. Jetzt freue ich mich auf das DFB-Länderspiel der Frauen Deutschland gegen England am Donnerstag, den 17. Juli im Stadion am Sportpark zu Unterhaching - nur einen “Katzensprung” entfernt vom InterFace-Headquarter. Wir von InterFace werden da zahlreich dabei sein, ein volles Stadion wäre wunderschön.
Also:
Fussballfans aus Unterhaching und Umgebung, kommt möglichst zahlreich!
RMD
Es war einmal ein Steuermann, der nicht aus Deutschland war, aber aus einem mit Deutschland sprachlich verwandtem Land. Der steuerte ein ehemals deutsches Unternehmen. Er fand, dass dort eine Lehmschicht war, die aus zu weißen und zu deutschen und wohl auch zu männlichen Ingenieuren bestand.
Es war einmal ein Schreibersmann, der gerne Kommentare in Wirtschaftsteilen schrieb. Der meinte, dass die deutschen Ingenieure des selben deutschen Unternehmens über mehr als Hundert Jahre zu viel an die Patente und zu wenig an die Rendite gedacht hätten.
Ich kann das alles nicht glauben. Ich denke mir aber, wenn ich genug Patente habe, dann ist die Rendite nicht weit. Auch treffe ich viele Menschen - aus Kreta und aus der Türkei, aus Afrika, Amerika und aus Asien, aber auch aus Finnland, dem Baltikum und aus Russland. Mit denen verstehe ich mich gut und rede gerne mit Ihnen. Die sagen mir, dass die deutschen Ingenieure Maschinen bauen, die besonders zuverlässig sind. Sie glauben auch, das die Deutschen besonders gut organisieren können, sehr fleißig sind und auch die schwierigen Dinge immer gut auf die Reihe bringen. Und dass sie deshalb besonders gerne Produkte “Made in Germany” kaufen.
Darüber freue ich mich. Aber irgend etwas verstehe ich dann doch nicht. Besonders wenn man gleichzeitig überall jammert, dass es in Deutschland zu wenig Ingenieure gibt.
RMD



