IF Open - InterFace AG

Diese Frage lässt sich möglicherweise anhand einer Projektmanagementstudie der Oose GmbH beantworten, welche im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Als Ausgangsbasis dienten dabei insgesamt 130 ausgewählte Bewertungsbögen, die jeweils ein erfolgreiches sowie ein gescheitertes Projekt beinhalteten. Ihre statistische Auswertung lieferte einige interessante Ergebnisse.

Demnach weisen Projekte bei agiler Herangehensweise eine höhere Erfolgsrate auf als bei konventioneller – unabhängig von ihrer Dauer oder der Anzahl der beteiligten Personen. Allerdings zeigt sich sehr deutlich, dass das alleinige „Anwenden“ einer Methode noch lange keine Garantie für den Projekterfolg darstellt.

Ebenso kann die Studie die Aussage „kleine Projekte erfordern agile und große Projekte konventionelle Herangehensweisen“ für eine Projektgröße von über 50 Beteiligten nicht bestätigen; Bei Projekten mit geringerem Personalaufwand traten beide Herangehensweisen in etwa gleich oft auf.

Anders verhält es sich auf Seiten der Projektmanager: Diese verfahren zwar mit zunehmender Erfahrung häufiger nach agilen Herangehensweisen, sind damit aber nicht zwingend auch erfolgreicher. Lediglich der Umfang der Projekte, mit denen sie betraut werden, wächst.

Folglich ließe sich die oben gestellte Frage zunächst eher mit „nein“ beantworten, sofern man das Wort „Technik“ als Synonym für Herangehensweise verstände. Um daher Projekte „jenseits von agil und konventionell“ bewerten zu können, strukturiert der Herausgeber die bei der Bewertung abgefragten Projektmanagementtechniken in fünf Kategorien. Diese sind:

  • Basistechniken
  • Kundenzusammenarbeit
  • Lernen im Projekt
  • Organisation
  • Systematischer Einsatz von Methoden.

Dabei werden unter dem Sammelbegriff „Techniken“ Themen, wie etwa Rollenzuordnung, Kommunikation im Projekt oder auch Qualitätssicherung verstanden. Die Untersuchung der einzelnen Kategorien erfolgt hinsichtlich ihrer (relativen) Ausprägung und ihres Zusammenhangs mit dem Projekterfolg. Dem gegenüber gestellt, werden die betrachteten Projekte in In-House-Entwicklungen, Beratungsprojekte bzw. externe Entwicklungen sowie Produktentwicklungen unterteilt.

Die Auswertung dieser Konstellation ergab, dass die Kategorie Kundezusammenarbeit allgemein und vor allem bei Beratungsprojekten bzw. externen Entwicklungen höchste Priorität hat. Dabei lassen sich bis hin zu täglichem Kontakt in den meisten Fällen positive Wirkungen, wie zum Beispiel eine erhöhte Motivation der Mitarbeiter feststellen.

Beachtenswert ist außerdem, dass die einzelnen Kategorien bei In-House-Entwicklungen durchschnittlich die geringsten Ausprägungen verzeichnen, aber in relativ starkem Zusammenhang mit dem Projekterfolg stehen. Bei erfolgreichen Produktentwicklungen ist letzteres noch deutlicher zu beobachten. Allerdings weisen derartige Projekte auch in den einzelnen Kategorien überdurchschnittliche Werte auf; Im Fall der Basistechniken gilt dies jedoch gleichermaßen für gescheiterte Projekte.

Basierend auf dieser Betrachtungsweise könnte man nun wohl die obige Frage mit „ja“ beantworten, wobei die Formulierung eventuell in „Alles eine Frage der Techniken“ abgeändert werden müsste. Darüber hinaus wäre es möglicherweise ratsam, den Sammelbegriff „Techniken“ durch „gelebte Best-Practice-Ansätze mit Nähe zu einem Vorgehensmodell“ zu charakterisieren.

Denn, wenn diese Studie erneut eines deutlich macht, dann ist das die Tatsache, dass es die eine Problemlösung wohl nicht geben wird.

Für weiter Interessierte hier der Link zu den Veröffentlichungen.

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